Monatliches Archiv:April 2020

Corona-Krise schlägt auf die Arbeitsmarkt-Statistik durch

KIEL. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben nun auch die schleswig-holsteinische Arbeitsmarkt-Statistik erreicht:

“Die Zeiten sinkender Arbeitslosigkeit sind vorerst leider vorbei. Und die weitere Entwicklung wird entscheidend davon abhängen, wie schnell es gelingen kann, die zur Eindämmung der Pandemie nötigen Einschnitte und Einschränkungen wieder zu lockern. Im Tourismus werden wir dazu ab Montag erste vorsichtige Schritte wagen”, sagte Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute (30. April) in Kiel. Die Zahl der Arbeitslosen stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im April gegenüber dem Vormonat um 12,6 Prozent (+10.351) und gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,2 Prozent (+13.530) auf 92.188. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,8 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahresmonat Februar 2019 um 1,7 Prozent (+16.800) auf gegenwärtig 1.005.800.

Wie Buchholz weiter sagte, habe die Corona Pandemie nicht nur im Tourismus und der Gastronomie erhebliche Folgen für die Betriebe und deren Beschäftigte. Bisher hätten 25.300 Firmen für 287.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. “Kurzarbeit ist – neben unseren Hilfsprogrammen von Zuschüssen bis zur Steuerstundung – eine gute Möglichkeit, die Verluste zumindest ein wenig abzufedern”, so Buchholz. Die Kurzarbeit werte er auch als positives Zeichen: “Denn es belegt vor allem, dass die Betriebe ihre Fachkräfte halten wollen, um nach der Krise nicht ins Hintertreffen zu geraten.”

Mit den Soforthilfeprogrammen des Bundes und des Landes sowie den Arbeitsmarkt-Programmen werden nach den Worten von Buchholz derzeit alle Register gezogen, um die Unternehmen zu stabilisieren. Es sei aber zu befürchten, dass trotz dieser Hilfen die Zahl der Insolvenzen steige. “Die Wirtschaft wird sich verändern, sodass wir perspektivisch die Rahmenbedingungen festigen müssen, die unseren Unternehmen die Sicherung bestehender Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse ermöglichen.” Einen Beitrag hierzu werde das neue Arbeitsmarktprogramm ab 2021/22 leisten, das derzeit vorbereitet werde. “Dabei werden Digitalisierung, deutlich mehr Fort- und Weiterbildungen sowie die Modernisierung von Ausbildungen und Ausbildungsinhalten wesentliche Bestandteile sein”, sagte der Minister.

Mehr Corona Schutzausrüstung für Schleswig-Holstein

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein beschließt Anreize der heimischen Produktion für Corona Schutzausrüstung. Zehn Millionen Euro werden bereitgestellt.

KIEL. Unternehmen in Schleswig-Holstein sollen finanzielle Anreize erhalten, um geeignete Persönliche Schutzausrüstung vor Ort zu produzieren sowie eine mögliche Umstellung der Produktion attraktiv zu gestalten. Dafür werden bis zu zehn Millionen Euro bereitgestellt. Das hat das Kabinett am 24. April beschlossen. So sollen Unternehmen, die entsprechende Produkte der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für die Versorgung des Gesundheitssystems in Schleswig-Holstein herstellen, durch garantierte Abnahmemengen profitieren, die von der Landesregierung festgesetzt werden.

“Die weltweite Corona-Pandemie zeigt, dass wir heimische Produktionen stärken müssen, um auch im Krisenfall die notwendige Versorgung mit Medizinprodukten verlässlich und dauerhaft sicherstellen zu können. Schleswig-Holstein erleichtert mit dem Anreizprogramm heimischen Unternehmen die Möglichkeit, in die Produktion mit einzusteigen”, sagte Ministerpräsident Daniel Günther.

Gesundheitsminister Heiner Garg: “Dies ist ein wichtiger ergänzender Beitrag zur Deckung des großen Bedarfs an persönlicher Schutzausrüstung im medizinischen Bereich. Nach wie vor gilt, dass Kliniken, Einrichtungen und Beteiligte des Gesundheitswesens ihre eigenen etablierten Beschaffungswege nutzen. Wir erwarten, dass durch das Anreizprogramm zukünftig zusätzliche Möglichkeiten der Versorgung hinzukommen werden”.

Das Wirtschaftsministerium wird jetzt geeignete heimische Produzenten identifizieren, um mit ihnen die Möglichkeit einer Lieferzusage sondieren. Außerdem wird es bei der Klärung der rechtlichen und technischen Fragen interessierten Unternehmen Unterstützung leisten sowie vorhandene Produzenten bei der Schaffung neuer Kapazitäten unterstützen.

Erste Lockerungen der Corona Maßnahmen

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat am 18. April eine ersetzende Landesverordnung sowie einen neuen Erlass an die Gesundheitsämter der Kreise beschlossen. Erstmalig werden darin bestehende Einschränkungen wegen des Coronavirus für Schleswig Holsteiner und den Handel gelockert.

Beginnend ab Montag, dem 20.04.2020, dürfen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800m² unter Auflagen öffnen. Diese sehen vor, dass Mindestabstände von 1,5 Metern zwischen Personen sowie die Hygienestandards des Robert Koch-Institutes eingehalten werden. Weiterhin ist nur eine Person je 10m² Ladenverkaufsfläche gestattet. Für Geschäfte mit mehr als 200m² Verkaufsfläche ist die Einhaltung der Auflagen durch mindestens eine Kontrollkraft zu überwachen.

Geschäfte mit mehr als 800m² dürfen öffnen, wenn sie die Verkaufsfläche auf die zulässige Größe von 800 m² begrenzen können. Kfz- und Fahrradhändler, Buchhandlungen sowie die bereits in der Positivliste enthaltenen erlaubten Verkaufsstellen (z.B. Baumärkte) sind nicht von der 800m²-Beschränkung betroffen. Gleichwohl gelten aber auch dort die entsprechenden Hygieneanforderungen.

Gaststätten und Cafés müssen zwar weiterhin geschlossen bleiben, dürfen aber unter Auflagen ihre Speisen ohne Vorbestellung im Rahmen eines Außerhausverkaufes von mitnahmefähigen Speisen anbieten. Damit dürfen auch mobile Gastronomiebetriebe, wie der Imbiss- und Hähnchenwagen wieder öffnen. Der Verzehr der Speisen vor Ort (im Umkreis von 100m um die Gastronomiebetriebe) ist jedoch weiterhin untersagt.

Schulen können für die Durchführung von Abschlussprüfungen wieder geöffnet werden.

Um u.a. den vorstehenden genannten Lockerungen gerecht werden zu können, werden die Regeln zur Notbetreuung in Kitas und Schulen bis zur 6. Klasse verlängert und erweitert. Alle berufstätigen Alleinerziehenden, sowie Familien, bei denen mindestens ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet, dürfen ab dem 20.04.2020 die Notbetreuung in Anspruch nehmen.

Zwar bleiben Freizeitangebote grundsätzlich geschlossen, Bibliotheken und Archive können aber wieder öffnen, soweit die Kontaktdaten der Besuche erfasst werden. Tier- und Wildparks können ebenfalls nach Vorlegung eines Hygienekonzeptes ihre Pforten für Besucher öffnen. Nach vorheriger Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt sollen auch Kinder- und Jugendtreffs bis zu max. fünf Personen öffnen können.

Krankenhäuser dürfen wieder nicht zwingende, planbare Operationen durchführen, soweit dadurch keine Intensivkapazitäten gebunden werden und weiterhin ausreichend persönliche Schutzausrüstung vorhanden ist.

Bewohner aus Pflegeheimen, welche aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes (sofern dieser nicht auf einer Covid-19 Station beruhte) ins Pflegeheim zurückkehren, müssen nicht mehr in besondere Quarantäne. Dies gilt auch für Aufnahmen in Hospizen.

„Liebe Stormarnerinnen und Stormarner, vielen Dank für die Einhaltung der seit Wochen bestehenden Beschränkungen. Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, halten Sie sich auch künftig so vorbildlich an die Vorgaben. Nur so können wir schrittweise weitere Einschränkungen zurückfahren und ein Stück zur Normalität zurück finden.“, so Landrat Dr. Henning Görtz.

Pharmaunternehmen aus Reinbek spendet Desinfektionsmittel

Almirall produziert Desinfektionsmittel und Handpflegeprodukte für medizinische Einrichtungen in der Umgebung. Mit dieser Maßnahme unterstützt das Unternehmen gezielt den Kampf gegen die COVID-19-Pandemie.

Nachbarschaftshilfe in Zeiten des COVID-19-Virus: Seit letzter Woche fertigt das auf Dermatologie spezialisierte Unternehmen Almirall am Produktionsstandort in Reinbek zusätzlich zur Produktion von dermatologischen Arzneimitteln und Medizinprodukten auch Handdesinfektionsmittel. Die Kapazitäten dafür wurden neu eingerichtet, um dem Engpass in der Beschaffung von Desinfektionsmitteln entgegenzuwirken und zudem die regionale Infrastruktur im Gesundheitssektor zu unterstützen.

Pharmaunternehmen aus Reinbek spendet Desinfektionsmittel
Gemeinsam gegen Corona (COVID-19): Almirall spendet Desinfektionsmittel und Hautpflegeprodukte für die Region/ Übergabe von einer der drei Paletten mit gespendeten Almirall Produkten an die Krankenhausapotheke / v. links: Prof. Dr. Stefan Jäckle (Ärztlicher Direktor Krankenhaus Reinbek), Laura Freitag (Leiterin Unternehmenskommunikation der Almirall Hermal GmbH) u. Marc Meißner (Chef-Apotheker der Krankenhausapotheke). Foto: obs/Almirall Hermal GmbH.

Mit einer Spende möchte das in Reinbek ortsansässige Pharmaunternehmen Ärzte, Patienten und Pflegepersonal in nahegelegenen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bei der Eindämmung des COVID-19-Virus unterstützen. Zusätzlich zum Handdesinfektionsmittel spendet Almirall auch Handpflegeprodukte. Diese fördern die Regeneration der Haut, die durch das häufige Desinfizieren stark angegriffen wird.

Die Spende geht direkt an die Krankenhausapotheke des Reinbeker St. Adolf-Stiftes. Von dort aus werden knapp 3.000 Flaschen an ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie niedergelassene Ärzte in der näheren Umgebung verteilt. Chef-Apotheker Marc Meißner sagt: “Nach einem sehr angespannten Rohstoffmarkt Mitte März hat sich zum Glück die Situation auch durch die Selbstherstellung von Desinfektionsmitteln in Krankenhäusern wie unserem etwas entspannt. Darum entstand gemeinsam mit Almirall die Idee, diese großzügige Spende an viele kleine Gesundheitseinrichtungen der Umgebung zu verteilen, die vermutlich schwieriger an Nachschub kommen als wir. Gerade als christliches Haus möchten wir uns solidarisch zeigen.”

Dafür hat das St. Adolf-Stift bereits Kontakt zu Praxisnetzwerken von niedergelassenen Ärzten aufgenommen. Prof. Dr. Stefan Jäckle, Ärztlicher Direktor, sagt: “Alle angefragten Praxisnetzwerke aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg haben sofort zugeschlagen. Sie kümmern sich selbst um die gerechte Verteilung der Flaschen.” Begeistert ist auch Dr. Christiane Siefert. Die Allgemeinmedizinerin aus Glinde ist im Vorstand des Praxisrings Südstormarn und sagt: “Wir bedanken uns ganz herzlich für die großzügige Desinfektionsmittel-Spende der Firma Almirall! Es mangelt in fast allen Praxen an ausreichenden Vorräten von dringend notwendigem Desinfektionsmittel. Die handliche Größe von 200 ml ist sehr hilfreich für unsere tägliche Patientenversorgung, auch im Rahmen von Hausbesuchen. Es ist toll zu erleben, dass gerade lokale Firmen uns in der täglichen Praxisarbeit so gut unterstützen!” Das Krankenhaus Reinbek hat in den letzten Tagen auch ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeheime angerufen und deren Bedarfe abgefragt. Sie erhalten ihre Flaschen mit der Post.

Neben den gespendeten Extra-Chargen produziert Almirall am Standort Reinbek weiterhin dermatologische Arzneimittel und Medizinprodukte. Hierfür wurden die Sicherheits- und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter vor Ort deutlich erhöht. “Es ist unsere Verpflichtung als Arzneimittelhersteller, die Bereitstellung von Medikamenten und die Versorgung von Patienten sicherzustellen – besonders in diesen schweren Zeiten”, betont Kai Sauerbier, Geschäftsführer Industrial Operations von Almirall Deutschland. “Wir sind unseren Mitarbeitern sehr dankbar, die trotz allen Herausforderungen mit ihrer Arbeit vor Ort, jeden Tag einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten.”

Nicht nur am Produktionsstandort in Reinbek arbeitet man solidarisch im Kampf gegen COVID-19. Auch der Mutterkonzern mit Sitz in Barcelona hat eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen. So wurden z. B. in den eigenen Chemiewerken in Spanien Produktionskapazitäten für Arzneimittel, die die Symptome von COVID-19 Patienten lindern, wie z. B. Paracetamol, erweitert. Zudem wurden Schutz- und Labormaterialien sowie Hautpflegeprodukte gespendet und finanzielle Unterstützungen z. B. an das Leitat Technological Center in Barcelona zur Entwicklung eines 3D-gedruckten wiederverwertbaren Beatmungsgeräts bereitgestellt.

Über Almirall

Almirall ist ein internationales Pharmaunternehmen mit Sitz in Barcelona, Spanien, das hochwertige Arzneimittel aus eigener Forschung und Entwicklung sowie durch Kooperationen und Partnerschaften zur Verfügung stellt. Der strategische Fokus liegt in der Hautgesundheit.

Das 1943 gegründete Unternehmen wird heute an der spanischen Börse (Ticker: ALM) gehandelt und erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz von 908,4 Millionen Euro. Almirall beschäftigt mehr als 1.800 Mitarbeiter in Europa und den USA. Durch seine Vision und die Verbundenheit seiner langjährigen Hauptaktionäre leistet Almirall einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, entsprechend seiner Verpflichtung und seiner Entscheidung, anderen zu helfen, ihre Herausforderungen zu verstehen und die Wissenschaft zu nutzen, um ihnen Lösungen zu bieten, wo sie gebraucht werden.

Über Almirall in Deutschland

Almirall ist in Deutschland Marktführer* für verschreibungspflichtige Dermatika. Das vielfältige Angebot, bestehend aus über 40 hochwertigen Markenprodukten zur Therapie von Hauterkrankungen wie Psoriasis, Aktinische Keratose, Ekzemen, Hautinfektionen, Akne sowie Nagelerkrankungen und umfangreichen praxisorientierten Serviceleistungen, macht das Almirall-Tochterunternehmen zu einem der wichtigsten Partner der Hautärzte in Deutschland.

Durch die Ergänzung der bekannten Marken Ciclopoli® und Sililevo® für die Behandlung von Nagelpilz und Nagelproblemen baut Almirall die Präsenz auch im rezeptfreien Geschäft aus und festigt die Marktführerschaft* in der Dermatologie.

Neben der Dermatologie ist Almirall zudem im Bereich Neurologie vertreten und unterstützt dort Ärzte und Patienten mit praxisorientierten Lösungen. Seit 2011 vertreibt Almirall ein innovatives Präparat zur Behandlung der durch Multiple Sklerose induzierten Spastik.

*Auf Basis der verordneten Packungen (IQVIA: DPM, MAT 01/2020).

Weitere Informationen finden Sie unter almirall.de

Corona Situation in Pflegeheimen im Kreis Stormarn

Im Wohnpark Rohlfshagen in Rümpel ist eine Bewohnerin der Altersgruppe über 90 Jahre leider verstorben. Bei den Testergebnissen der noch nicht getesteten Mitarbeitenden bzw. derjenigen Bewohner, deren erster Test ein negatives Ergebnis ausgewiesen hatte, hat sich ergeben, dass sechs weitere Personen mit COVID-19 infiziert sind. Es handelt sich dabei um vier Bewohner sowie zwei Mitarbeitende.

Im Oldesloer Travedomizil hat sich bei einer Pflegefachkraft am 11.04. der Verdacht einer COVID-19-Infektion bestätigt. Diese Kraft befindet sich in häuslicher Quarantäne. In einem Wohnbereich zeigten 5 Bewohner Symptome (erhöhte Temperatur). Diese und alle MA, die am 14.04. vor Ort gearbeitet haben, wurden vorsorglich vom „Coronamobil“ der Kassenärztlichen Vereinigung getestet.

Erfreulicherweise ergaben die Tests der Bewohner keine positiven Befunde. Bei den getesteten Mitarbeitenden war ein weiterer Test positiv. Die daraus folgenden Maßnahmen sind veranlasst.

In einer weiteren Einrichtung, deren Name und Sitz der Kreis auf Bitten der Betreiber nicht nennen wird, wurde bei einer Mitarbeitenden eine COVID-19-Infektion bestätigt. Sie befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die bisher bei den Bewohnern durchgeführten Tests fielen negativ aus, die Bewohner zeigen derzeit keine Symptome, werden aber täglich auf das Vorliegen von Verdachtsmomenten hin kontrolliert

Alle Einrichtungen arbeiten eng mit dem Gesundheitsamt des Kreises Stormarn zusammen. Alle organisatorischen und in solchen Fällen nach Infektionsschutzgesetz erforderlichen Maßnahmen werden von den Heimen gemeinsam mit dem Gesundheitsamt derzeit geprüft und umgesetzt, um die medizinische und pflegerische Versorgung der Einrichtungen sicherzustellen.

Soweit erforderlich, wird das Gesundheitsamt über weitere Testungen entscheiden.

Im Kreis Stormarn gibt es 47 Einrichtungen nach dem Selbstbestimmungsstärkungsgesetz mit 3.758 Bewohnern sowie 37 Wohnhäuser der Eingliederungshilfe mit 946 Bewohnern (Stand 31.12.2019)

Es scheint, in Stormarn wie auch bundesweit, deutlich zu werden, dass gerade in Bereichen, in denen eine Vielzahl älterer Menschen zusammenleben, denen häufig die Einhaltung erforderlicher Hygienemaßnahmen nicht oder nur schwer vermittelbar ist und die auf engem Raum zusammenleben, eine Verbreitung des Erregers nur schwer vermeidbar ist.

Dem Verhindern des Einbringens des Erregers durch Besuchs- und Ausgehverbote, strenge Quarantäneauflagen für Rückführungen von Bewohnern nach auswärtigem Aufenthalt und Einhaltung empfohlener Hygieneschutzmaßnahmen für das Personal gilt höchste Aufmerksamkeit.

Pflegeeinrichtung wegen Corona unter Quarantäne gestellt

Im Wohnpark Rohlfshagen in Rümpel im Kreis Stormarn wurde bei 72 Bewohnern und Mitarbeitenden eine Infektion mit dem COVID-19-Virus bestätigt. Bereits am Donnerstag hat das Gesundheitsamt des Kreises Stormarn nach Rücksprache mit der Heimleitung die Einrichtung unter Quarantäne gestellt, nachdem bestätigt war, dass sich eine Mitarbeitende mit dem Virus infiziert hatte und zwei Bewohne über Fieber klagten.

Die daraufhin vorgenommenen Testungen aller 70 Bewohner sowie der rund 60 Mitarbeitenden haben gestern die Gewissheit gebracht, dass sich bereits mehr als die Hälfte der Personen infiziert haben.

Gesundheitsamt, Heimaufsicht und Heimleitung haben daraufhin die Möglichkeiten erörtertet, die jetzt vorgenommen werden können, um trotz der weiteren Verbreitung des Virus innerhalb der Bewohner und der Mitarbeitenden den Pflegebetrieb aufrechterhalten zu können.

53 der 70 Bewohner sind positiv getestet worden. Eine Separierung der bislang negativ Getesteten kommt aufgrund der räumlichen Situation und vor allem des hohen Grades der Mobilität der überwiegend dementen oder psychisch auffälligen Bewohner nicht in Betracht. Ferner steht auch zu befürchten, dass sich die bislang negativ getesteten Bewohner ebenfalls bereits infiziert haben dürften. Ein erneuter Test ist veranlasst. Alle Bewohner weisen keine respiratorischen Symptome auf.

Bei den Mitarbeitenden sind bislang 19 positiv getestet, 29 sind negativ und bei 10 steht der Test bzw. das Testergebnis noch aus. Die Mitarbeiter weisen nur vereinzelt geringe Symptome auf.

In der Einrichtung wohnen überwiegend Demenzerkrankte. Da die Infektionsausbreitung in der Einrichtung schon fortgeschritten ist und um die Bewohner in dieser Situation nicht durch den Wechsel des vertrauten Pflegepersonals weiter zu verunsichern und zu belasten, wurde entschieden, dass das Personal weiter in der Einrichtung arbeiten kann. Dies gilt auch für die positiv getesteten Mitarbeiter, die symptomfrei sind. Zur Minimierung des Risikos erfolgt das Arbeiten unten strengen Hygieneanforderungen inklusive Tragen von Schutzkleidung. Auch die ärztliche Betreuung ist weiterhin sichergestellt.

Neben den ohnehin geltenden Hygienevorschriften führt dies für diejenigen Mitarbeitenden, die nicht infiziert sind, zu einem erhöhten Aufwand bei der Beachtung von Hygienemaßnahmen und des Anlegens von persönlicher Schutzausstattung. Der Kreis Stormarn unterstützt hier die Pflegeleitung durch die Übergabe von Schutzkitteln und Hauben.

Alle Mitarbeitenden, die nicht in der Einrichtung wohnen, begeben sich auf direktem Weg in Ihre Wohnung in häusliche Quarantäne. Für die positiv getesteten Mitarbeitenden bedeutet dies, dass auch Ihr häusliches Umfeld unter Quarantäne steht. Bei allen anderen sollte zu Hause versucht werden, Kontakte bestmöglich zu vermeiden. Hier wie bei allen anderen auch ist permanent zu beobachten, ob Symptome eintreten. Das Gesundheitsamt des Kreises Stormarn steht mit allen Mitarbeitenden in Kontakt und hat diese entsprechend belehrt und informiert.

Mit diesen Maßnahmen kann der Betrieb und die Versorgung der Bewohner vorläufig sichergestellt werden.

Dazu Landrat Dr. Henning Görtz: “Unser Krisenstab, das Gesundheitsamt und auch die Heimaufsicht stehen im ständigen Kontakt zu dem betroffenen Pflegeheim. Wir unterstützen die Einrichtung in jeder Hinsicht, um die Arbeitsfähigkeit des Personals zu erhalten und dafür zu sorgen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner trotz ihrer Infektion in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.”

Die Heimleitung hat wegen der angespannten psychischen Situation für die Bewohner vor Ort darum gebeten, darauf hinzuweisen, dass von Besuchen und Menschenansammlungen vor dem Gelände der Einrichtung abgesehen werden soll.

Weitere Erkenntnisse liegen derzeit nicht vor.

Für Angehörige steht die psychosoziale Notfallversorgung unter der Rufnummer 04531-19222 bereit.

Ergänzte Landesverordnung für Coronavirus

Kabinett beschließt ergänzte Landesverordnung zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 – Klarstellungen bei Reisen, Familienzusammenkünften und (mobiler) Gastronomie.

Die Landesregierung hat am 8. April die  bestehende Landesverordnung punktuell ergänzt und vor allem Klarstellungen zu häufig gestellten Fragen im Hinblick auf Familienzusammenkünfte vorgenommen. Neben Ergänzungen und Klarstellungen zu Regelungen zu Familienbesuchen wurden ebenfalls Ergänzungen und Klarstellungen zu gastronomischen Angeboten aufgenommen.

Gesundheitsminister Heiner Garg: “Mir ist bewusst, dass viele Menschen viele Fragen haben. Uns ist es wichtig, durch Klarstellungen und Konkretisierungen so gut und umfassend wie möglich zu informieren. Dabei ist es besonders wichtig, unser aller übergeordnetes Ziel im Auge zu behalten: Kontakte reduzieren. Die Verbreitung des Virus bremsen. Nicht notwendige Reisen unterlassen, Großeltern und andere besonders gefährdete Gruppen möglichst nicht besuchen. Damit schützen wir unsere Liebsten.”

Die wichtigsten Klarstellungen und Ergänzungen:

  • Zu Reisen nach Schleswig-Holstein wurde in der Begründung klargestellt, dass Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein untersagt sind. Unter diese Reisen fallen nicht der arbeitsbedingte Reiseverkehr, Einkaufsfahrten in engerem räumlichen Umfeld zur Wohnung und grundsätzlich Ausflüge von geringem Umfang wie Spaziergänge und Fahrradfahrten. (Diese sind jedoch untersagt, wenn die Gefahr der Bildung einer Zusammenkunft oder Ansammlung besteht). Für die Bevölkerung Schleswig-Holsteins sind, mit Ausnahme der Inseln und Halligen, Tagesreisen innerhalb des Landes zulässig.
  • Zu Reisen nach Schleswig-Holstein wurde bezüglich Familienzusammenkünften in §2 der Verordnung ein Absatz (3a) eingefügt, welcher regelt, dass die Beschränkungen nicht für Reisen zu oder für Zusammenkommen von Ehegatten, Geschiedenen, eingetragene Lebenspartnern, Lebensgefährten, Geschwistern und in gerader Linie Verwandten gelten.
    Die Teilnehmerzahl eines solchen Zusammenkommens im privaten Raum sowie entsprechender Zusammenkünfte im öffentlichen Raum darf insgesamt zehn Personen nicht übersteigen (dies ist eine Neuerung und nicht nur eine Klarstellung). Ausnahmsweise ist bei Haushalten mit mehr als zehn Personen die Zahl der tatsächlichen Mitglieder des Haushalts maßgeblich.
  • Weitere Klarstellungen zu Familienzusammenkünften finden sich in der Begründung der Verordnung, demnach sind Familienangehörige im Sinne dieser Vorschrift Ehegatten, Geschiedene, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Kinder, Enkel, Eltern, Geschwister und Großeltern. Aus seuchenprophylaktischen Gründen soll jedoch auf Reisen zu oder auf Zusammenkommen von Familienangehörigen freiwillig verzichtet bzw. sollen diese auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden. Der Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern soll wo auch immer möglich eingehalten werden. Im privaten Bereich sollen nicht im gleichen Maße Beschränkungen gelten wie im öffentlichen Raum. Dennoch ist es auch hier trotz des berechtigten Interesses an der Pflege privater, insbesondere familiärer Kontakte notwendig, allzu große Menschenansammlungen zu vermeiden. Daher wird die Gesamtpersonenzahl für ein Zusammenkommen im privaten Raum auf maximal 10 beschränkt.
    Diese Beschränkung gilt auch für familiäre Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Diese Beschränkung gilt jeweils nicht, wenn die Anzahl der dem Haushalt angehörenden Personen diese Zahl übersteigt.
  • Zu Gastronomieangeboten wurde eine Klarstellung bezüglich Wochenmärkten in der Begründung der Verordnung eingefügt. So sind explizit auch nicht-ortsgebundene und temporäre Angebote für den Außerhausverkauf von mitnahmefähigen Speisen auf Wochenmärkten, zum Beispiel Würstchenbuden, Kaffeestände und Grillhähnchenwagen untersagt. Ebenfalls wurde ergänzt, dass der Verzehr von Speisen im Umkreis von 100 Metern um gastronomische Einrichtungen untersagt ist.

Die Landesverordnung im Wortlaut wird veröffentlicht unter www.schleswig-holstein.de/coronavirus-erlasse und auf der Internetseite des Kreises stormarn unter www.kreis-stormarn.de/aktuelles/bekanntmachungen

Müllabfuhr nach Ostern wieder nach Plan

In den vergangenen Wochen musste aus bekannten Gründen je einmal die Leerung von Bio- und Restabfallbehältern ausfallen. Ab Dienstag, den 14. April erfolgen die Leerungen der Bio- und Restabfallbehälter in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg wieder nach Plan.

Mülltonnen

„Wir haben alles daran gesetzt, weitere Müllfahrzeuge und Fahrer zu akquirieren – mit Erfolg. Die Anzahl an Entsorgungsfahrzeugen kann damit nach Ostern wieder so aufgestockt werden, dass  die Abfuhren planmäßig stattfinden können“, so Olaf Stötefalke von der AWSH.

„Dies gilt unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona Pandemie

Die Leerung der Papier- und Wertstofftonnen sowie die Abholung der Gelben Säcken hat ohnehin in dieser schwierigen Situation fast reibungslos funktioniert.

Alle Termine finden Kundinnen und Kunden auf der AWSH Website unter www.awsh.de/service/abfuhrtermine/, in ihrem individuellen Abfuhrkalender oder in der kostenlosen  App „AWSH – Wertvolle Termine“.

Seit Anfang der Woche haben zudem wieder neun Recyclinghöfe der AWSH geöffnet. Hier können in notwendigen Fällen, z.B. Umzug oder Wohnungsauflösungen, Abfälle angeliefert werden. Die AWSH bittet, die entsprechenden Bedingungen zu beachten.

Alle weiteren Informationen dazu sind auf der Internetseite der AWSH unter www.awsh.de zu finden.

Unternehmen spenden Schutzkleidung

Um dem Engpass an Schutzkleidung, wie z.B. OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz), FFP2/FFP3-Masken, Overalls, Schutzhandschuhe, Schutzbrillen sowie Schutzkittel, entgegenzuwirken, hat der Kreis Stormarn am 26.03.2020 Stormarner Unternehmen, die über Schutzkleidung verfügen, aber nicht zum Gesundheitswesen zählen, aufgerufen, diese dem Kreis zur Verfügung stellen. Die Resonanz war wirklich großartig!

Es haben sich über 50 Unternehmen aus ganz Deutschland gemeldet, die mit ihren Produkten unterstützen möchten. Vielen Dank an alle Unternehmen, die sich gemeldet haben! Der Kreis Stormarn ist zur Zeit noch dabei, alle Angebote zu sichten und Kontakt zu den Unternehmen aufzunehmen.

Besonders gefreut hat sich der Kreis Stormarn über die vielen freiwilligen Spenden, die sowohl von Privatpersonen als auch Unternehmen angeboten wurden.

Hervorheben möchten der Kreis Stormarn an dieser Stelle folgende Spender:

  • August Ernst GmbH & Co. KG Kornbrennerei, Bad Oldesloe
  • Jürgen Rabeneck von Trave Antik, Reinfeld
  • Kaufhaus Martin Stolz GmbH, Burg auf Fehmarn
  • Stephanie Silligmann von Silligmann Restaurierung, Brunsbek
  • Hegering Bad Oldesloe
  • Kreishandwerkerschaft

Allen Spendern gilt unser besonderer Dank!

Weitere Unterstützungsangebote nimmt der Kreis Stormarn gern entgegen. Bitte wenden Sie sich dazu per E-Mail an: s4-versorgung@kreis-stormarn.de.

Benötigt werden OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz), FFP2/FFP3-Masken, Overalls, Schutzhandschuhe, Schutzbrillen sowie Schutzkittel.

Amerikanische Faulbrut bei Bienen in Heilshoop

Nachdem in einem Bienenstand in der Gemeinde Heilshoop im Kreis Stormarn am 02. April 2020 der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut amtlich festgestellt worden ist, wird das Gebiet in einem Umkreis von drei Kilometern um den befallenen Bienenstand gemäß 10 Abs. 1 Bienenseuchen-Verordnung zum Sperrbezirk erklärt.

Bienen

Die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung wurde auf der Internetseite des Kreises Stormarn bekanntgemacht und kann dort nachgelesen werden. Eine kartografische Darstellung kann der Allgemeinverfügung ebenfalls entnommen werden.

Für Rückfragen steht der Fachdienst Veterinärwesen des Kreises Stormarn unter der Tel.: 04531/160-1164 gerne zur Verfügung.