Sparkasse Reinbek: Baustelle bremst Fußgänger massiv aus

Baustelle der Sparkasse Reinbek: Warum die Sperrung in der Bahnhofstraße zur Hürde für Fußgänger wird und der Parkstreifen ungenutzt bleibt.

Baustelle Bahnhofstraße: Die Sparkasse Reinbek  geht – die Barrieren kommen

Eingeschränkte Barrierefreiheit in der Bahnhofstraße Reinbek: Bauzäune nehmen den gesamten Gehweg und Parkstreifen vor der Sparkasse ein.
Eingeschränkte Barrierefreiheit in der Bahnhofstraße Reinbek: Bauzäune nehmen den gesamten Gehweg und Parkstreifen vor der Sparkasse ein. Foto: Siefken

REINBEK | Ein Traditionsstandort wird dem Erdboden gleichgemacht: In der Reinbeker Bahnhofstraße haben die Abrissarbeiten am ehemaligen Gebäude der Sparkasse Holstein begonnen. Doch während das Kreditinstitut bereits sein Übergangsquartier bezogen hat, sorgt die Gestaltung der Baustelle für Unmut. Im Fokus der Kritik: Eine Verkehrsführung, die insbesondere für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen unnötige Hürden schafft.

Wer dieser Tage durch die Reinbeker Innenstadt flaniert, stößt unweigerlich auf ein massives Hindernis. Wo bis vor kurzem noch reger Kundenverkehr herrschte, versperren nun mannshoche Bauzäune den Durchgang. Die Sparkasse Holstein hat ihren langjährigen Sitz in der Bahnhofstraße 7 geräumt, um Platz für einen modernen Neubau zu schaffen.

Einzug in geschichtsträchtige Räume

Für die Zeit der Bauphase ist das Team in unmittelbare Nähe umgezogen. Das neue Übergangsquartier am Schmiedesberg 2a dürfte vielen Reinbekern wohlbekannt sein: Es handelt sich dabei um das markante ehemalige Gebäude der Deutschen Bank. Wo früher die Konkurrenz residierte, werden nun die Geschäfte der Sparkasse abgewickelt, bis das neue Domizil fertiggestellt ist. Service und Beratung laufen dort zu den gewohnten Zeiten weiter.

Stillstand für Fußgänger

Auf dem Gelände der alten Filiale haben derweil die Experten der Abbruchfirma Grabowski das Kommando übernommen. Die Baustelleneinrichtung steht, der Rückbau läuft an. Doch mit der Sicherung des Areals ist eine Situation entstanden, die Passanten vor Probleme stellt. Ein offizielles Hinweisschild mit der Aufschrift „Fußgänger bitte andere Straßenseite benutzen“ zwingt zum Ausweichen.

Verkehrsschild in der Bahnhofstraße Reinbek mit der Anweisung Fußgänger bitte andere Straßenseite benutzen aufgrund der Sparkassen-Baustelle.
Verkehrsschild in der Bahnhofstraße Reinbek mit der Anweisung „Fußgänger bitte andere Straßenseite benutzen“ aufgrund der Sparkassen-Baustelle. Foto: Siefken

Kritik an der „Platzverschwendung“

Besonders kritisch wird die großflächige Absperrung betrachtet, die nicht nur den eigentlichen Gehweg, sondern auch den kompletten angrenzenden Parkstreifen umfasst. Dass dieser öffentliche Raum nun ungenutzt hinter Bauzäunen verschwindet, sorgt für Kopfschütteln bei den Anwohnern.

„Man hätte den Parkstreifen problemlos als provisorischen Gehweg ausweisen können“, so die Kritik. Stattdessen werden Fußgänger gezwungen, die Straßenseite zu wechseln. Was für gesunde Menschen lediglich ein kleiner Umweg ist, stellt für andere Gruppen eine echte Barriere dar.

Der komplett eingezäunte Parkstreifen und Gehweg vor der Sparkasse, der alternativ als barrierefreier Notgehweg für Fußgänger hätte genutzt werden können.
Der komplett eingezäunte Parkstreifen und Gehweg vor der Sparkasse, der alternativ als barrierefreier Notgehweg für Fußgänger hätte genutzt werden können. Foto: Siefken

Die Kritikpunkte im Detail:

  • Physische Belastung: Für Senioren mit Rollatoren oder Menschen mit Gehbehinderungen bedeutet jeder zusätzliche Meter eine erhebliche Anstrengung. Die Pflicht zum Seitenwechsel ist eine vermeidbare Hürde im Alltag.
  • Eingeschränkte Barrierefreiheit: Die Planung wirkt wenig inklusiv. Ein einfacher Korridor auf dem asphaltierten Parkstreifen hätte den barrierefreien Durchgang am Baufeld erhalten können.
  • Wirtschaftsfaktor Laufkundschaft: Der lokale Einzelhandel ist auf einen flüssigen Fußgängerverkehr angewiesen. Die großflächige Sperrung unterbricht den natürlichen Fluss in der Geschäftsstraße.

Blick entlang der Bahnhofstraße Reinbek: Die Baustellenabsperrung erzwingt einen Umweg, obwohl der mit eingezäunte Parkstreifen ausreichend Platz für einen barrierefreien Fußgängerweg geboten hätte.
Blick entlang der Bahnhofstraße Reinbek: Die Baustellenabsperrung erzwingt einen Umweg, obwohl der mit eingezäunte Parkstreifen ausreichend Platz für einen barrierefreien Fußgängerweg geboten hätte. Foto: Siefken

Stadtplanung contra Baulogistik?

Die aktuelle Lösung wirkt wie ein Sieg der Baustellenlogistik über die urbane Lebensqualität. Dass der Parkstreifen, auf dem ohnehin keine Fahrzeuge mehr stehen dürfen, nicht als gesicherter Korridor für Passanten freigegeben wurde, zeugt von einer Planung, die die Bequemlichkeit der Bauabläufe über die Bedürfnisse der Fußgänger stellt.

Bis die Sparkasse an ihren Traditionsstandort zurückkehrt – nach aktuellem Stand ist mit einer Bauzeit bis ins Jahr 2027 zu rechnen – bleibt die Bahnhofstraße ein Nadelöhr. Ob die Stadt Reinbek oder die Bauleitung hier im Sinne der Barrierefreiheit noch einmal nachbessern, bleibt abzuwarten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Wo befindet sich die Sparkasse Reinbek während der Bauarbeiten? Die Sparkasse ist in das ehemalige Gebäude der Deutschen Bank am Schmiedesberg 2a, 21465 Reinbek, umgezogen.
  • Warum ist der Gehweg in der Bahnhofstraße gesperrt? Aufgrund der Abriss- und Neubauarbeiten am Traditionsstandort der Sparkasse (Bahnhofstraße 7) wurde der Gehweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.
  • Wie lange dauern die Bauarbeiten in der Bahnhofstraße an? Die Fertigstellung des Neubaus und die Rückkehr der Sparkasse an den alten Standort sind nach aktuellem Plan für das Jahr 2027 vorgesehen.
  • Gibt es Einschränkungen für Fußgänger und Senioren? Ja, Fußgänger müssen die Straßenseite wechseln. Kritisiert wird dabei besonders, dass der abgesperrte Parkstreifen nicht als provisorischer, barrierefreier Notgehweg genutzt wird.

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